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Umweltmanagement nach ISO 14001 zertifiziert, Wasserstoff als Heizgas, Batteriespeicher im Zulauf

vor 7 Stunden
3 Min. Lesezeit

Kreislaufgrafik Stahlbau
Wasserstoffschneiden ©Stahlbauverband


Nachhaltigkeit braucht System

Wozu ein zertifiziertes Umweltmanagement?

Welche Umweltauswirkungen hat unsere Geschäftstätigkeit, welche Chancen und Bedrohungen ergeben sich in diesem Kontext und was bedeutet das für unsere Strategie? Diese Frage beschäftigt nicht nur uns, sondern auch viele Unternehmen.


Vom Engagement zur systematischen Strategie

Im Blick zurück sehen wir, mit welchen Maßnahmen wir bereits seit 2008 an der Verbesserung unserer Umweltleistungen gearbeitet haben, allerdings noch ohne systematische Analyse und schlüssige Strategie.

Um valide Daten für eine strategische Planung und nachvollziehbare Ergebnisse zu erhalten, war es sinnvoll, ein Projekt für ein zertifiziertes Umweltmanagement nach ISO 14001 mit Unterstützung einer externen Beratung zu starten.


Mit Daten zu klaren Entscheidungen

Die erforderliche Struktur und das Management der Daten konnten wir relativ rasch dank eines Tabellen-Tools unseres Beraters lösen, Fragen der Zuordnung und Gruppierung ebenso. Ohne diese Unterstützung wären wir viele Umwege gegangen …


Umweltmanagement beginnt im Kleinen

Um die Bedeutung des Umweltmanagements für die systematische Reduktion der Umweltauswirkungen unserer Tätigkeit zu veranschaulichen, haben wir unsere Mitarbeiter entsprechend geschult, auch im Kleinen nachhaltig zu handeln und Ressourcen zu sparen. Die üblichen Verdächtigen sind Leckagen im Druckluftsystem, eingeschaltetes Licht, wenn niemand im Raum ist, im Stand laufender Fahrzeugmotor, und vieles mehr. Nur wenn alle mithelfen, können wir Ressourcen und Kosten sparen.


Energie im Fokus: Sonne nutzen, Spitzen reduzieren

Unsere Unternehmensstrategie wurde evaluiert, um umweltrelevante Aspekte und um die Festlegung von Umweltzielen ergänzt, wobei dem Thema Energie eine Schlüsselrolle zukommt. Der Einkauf elektrischer Energie konnte seit dem 1. Juli 2025 um 30 % reduziert werden, denn seit 12 Monaten liefert uns die eigene PV-Anlage CO2-freien Strom. 55 % konnten davon wir selbst verbrauchen, 45 % wurden ins Netz eingespeist. Die Beschaffung eines Batteriespeichers steht als nächster Schritt am Plan, um unsere Verbrauchsspitzen zu kappen.


Schritt für Schritt in Richtung Elektromobilität

Um den CO2-Ausstoß der Dieselfahrzeuge zu reduzieren, ist der schrittweise Umstieg auf Elektromobilität geplant. Der erste elektrisch betriebene Klein-LKW wurde Ende Juni übernommen.


Neue Verfahren, weniger Emissionen

Gerade beim Einsatz von neuen Arbeitsverfahren sind größere umweltrelevante Effekte möglich.


Eine wesentliche Verbesserung wurde noch im Juni umgesetzt: Zugleich mit unserer neuen Brennschneideanlage haben wir im gesamten Betrieb Azetylen als Heizgas durch Wasserstoff ersetzt. Die Vorteile liegen klar auf der Hand: deutlich höhere Brennwerte, weniger Rauch und Staub und keine Freisetzung von CO2.


Umweltmanagement wird Teil unseres Qualitätsmanagements

Wir haben unser im Oktober 2025 begonnenes Projekt zur Einführung eines Umweltmanagements nach ISO 14001 mit dem Audit Ende April erfolgreich abgeschlossen und die Umwelt-Anforderungen in unser seit 30 Jahren praktiziertes Qualitätsmanagement nach ISO 9001 integriert.


Kunst & Stahl: Neue Steelplants

Steelplants und „Flower Petals“ © Ruth Mateus-Berr

Einen besonderen Zugang zum Thema Nachhaltigkeit eröffnet auch das Kunstprojekt „Steelplants“ der Künstlerin Ruth Mateus-Berr. Die Arbeiten zeigen, wie sich industrielle Materialien neu denken lassen und welche gestalterischen Potenziale in den Nebenprodukten der Produktion stecken.

Steelplants © Ruth Mateus-Berr
Steelplants © Ruth Mateus-Berr

Die ersten Steelplants entstanden aus Stahlspänen, die direkt beim Schneiden in unserem Unternehmen anfallen. Was im industriellen Prozess als Abfall bzw. Nebenprodukt entsteht, wird in den Kunstwerken zu filigranen, pflanzenartigen Formen und erhält dadurch eine neue Bedeutung. Das Projekt verbindet Fragen der Ressourcennutzung und Wiederverwertung mit einer künstlerischen Auseinandersetzung über Material und Transformation.


Für die Ausstellung „Archives of the Living“ entstanden nun neue Arbeiten der Serie „Flower Petals“. Die aus Stahl gefertigten Blütenblätter wurden mit dem Waterjet-Verfahren geschnitten und greifen die Formen unterschiedlicher gefährdeter Pflanzenarten auf.


Damit entsteht eine weitere Verbindung zwischen industrieller Produktion und der Welt der Pflanzen: Das präzise Schneiden von Stahl wird zum Ausgangspunkt für eine künstlerische Beschäftigung mit der Fragilität und Gefährdung der natürlichen Umwelt.

Zeitgleich entwickelt unser Unternehmen seine Schneidverfahren und den Umgang mit Energie weiter. Mit der neuen Brennschneideanlage wurde Azetylen als Heizgas durch Wasserstoff ersetzt – ein weiterer Schritt zur Reduktion von Rauch, Staub und CO₂-Emissionen im Produktionsprozess.


Steel Plants © Ruth Mateus-Berr
Flower Petals © Ruth Mateus-Berr

So treffen in den Arbeiten industrielle Produktion und die Formenwelt der Natur unmittelbar aufeinander. Während die „Steelplants“ den beim Schneiden entstehenden Stahlabfall in einen neuen Kontext überführen, greifen die „Flower Petals“ die Formen gefährdeter Pflanzen auf. Beide Werkgruppen zeigen auf unterschiedliche Weise, wie industrielle Materialien und Verfahren neue Perspektiven auf Ressourcennutzung, Natur und Zukunft eröffnen können.


Flower Petals © Ruth Mateus-Berr
Flower Petals © Ruth Mateus-Berr

Präsentiert werden die Arbeiten im Rahmen der Ausstellung „Archives of The Living". Die Ausstellung findet in der Galerie Mana, Stuckgasse 4, in 1070 Wien statt.



Sie läuft noch bis 01. Oktober und endet mit der Finissage am Donnerstag, 01.10.2026, um 19 Uhr.


Öffnungszeiten:

  • Jeden Tag: 16:00 – 19:00 Uhr

  • Finissage: ab 19:00 Uhr - open end (mit Musik und Weinbegleitung)


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